RegistrierenMitgliederSucheteamStartseite


Charakterwiederbelebung | Notfallärztin | 39 Jahre | ehemals beim Militär | "Witwe"
#1
Ich habe noch einen alten Char, dem ich gern wieder Leben einhauchen möchte. Sie wurde bereits kurzzeitig gespielt, aber es sind Änderungen möglich, nur so grob sollte sie erhalten bleiben. Aber wer eine Idee oder Verwendung hat, kann sich ja einfach mal melden. Smile



S.Y.D.N.E.Y - eve's various children
» BASIC FACTS «
| NAME(N) | ALTER | WOHNORT | BERUF |
_____________________________________________

[x] VORNAME(N)
Samantha Aurélie
"Samantha ist ein ganz normaler Vorname, würde ich sagen. Aber Aurélie ist in unseren Breitengraden schon eher eine Besonderheit. Keine Ahnung wie meine Eltern darauf kamen. Die Frage wird mir wohl auch niemand beantworten können. Sofern es nicht zwingend notwendig ist, gäbe ich den Namen auch nicht preis. David hat ihn z.B. erst erfahren als es an die Hochzeitsvorbereitungen ging."

[x] NACHNAME
Cassidy geborene Clary
"Das klingt wahrscheinlich etwas kompliziert, aber die ersten Jahre, die ersten fünf Jahre um genau zu sein, war mein Familienname Clary. Mein Bruder trägt ihn noch immer, als ich adoptiert wurde, nahm ich den Namen meiner neuen Eltern an. Daher hat mein Geburtsname nichts mit einer Heirat oder dergleichen zu tun. Dazu kam es leider nie..."

[x] SPITZNAMEN
Sam
"Es ist viel mehr als ein Spitzname. Jeder spricht mich mit Sam an, seien es meine Eltern, mein Bruder, Freunde oder Kollegen. Ich würde sagen es ist eher ungewöhnlich, wenn mich jemand mit Samantha anspricht."

[x] ALTER
39 Jahre
"Ja ja nächstes Jahr werde ich alt, kriege graue Haare und kann mich langsam auf den Rentenalltag einstellen. Als hätte ich nicht schon längst graue Haare bei mir entdeckt und die Rente werde ich bei dem Arbeitspensum wahrscheinlich auch nicht mehr erleben. Aber wen interessiert es. Die vierzig ist nur eine Zahl und jeder muss selbst entscheiden, was er aus seinem Alter macht. Ich habe junge Patienten die haben mehr Lebenserfahrung als andere mit dem doppelten Alter. Der Spruch man ist so jung wie man sich fühlt, hat meiner Meinung nach einen großen Wahrheitsgehalt."

[x] GEBURTSTAG & GEBURTSORT
9. März 1971 in Darwin
"Wer an Astrologie glaubt den interessiert es wohl, dass ich vom Sternzeichen Fische bin. Aber mir liegt dieser Esoterikkram nicht sonderlich. Wichtiger ist wohl wo ich geboren wurde, nämlich in Darwin, die nördlichste Großstadt Australiens und leider bekannt dafür, dass sie bereits dreimal neu aufgebaut werden musste. Die Stadt, die mir in gewisser Weise das Leben schenkte und nur knapp vier Jahre später wieder nahm. Ich war nie wieder dort und ich habe auch nicht vor dies zu ändern."

[x] WOHNORT
Apartment im Westen der Stadt
"Nach dem Tod meines Verlobten habe ich unser Haus verkaufen müssen, aus zweierlei Gründen. Zum Einen weil ich die ständigen Erinnerungen einfach nicht mehr ertragen konnte und weil ich das Geld brauchte, um meinem Bruder aus der Klemme zu helfen. Mal wieder muss man da wohl sagen. Jetzt habe ich ein, wie hat die Maklerin gesagt, geräumiges Apartement. Im Gegensatz zu einem Haus sind zwei Zimmer nicht gerade groß und so wirkt das Chaos was ich verbreite nur noch mehr, als es eh schon ist. Aber gut, ich möchte ja dort auch keine Cocktailpartys schmeißen."

[x] FRÜHERE WOHNORTE
Darwin & Brisbane
"Wie bereits erwähnt wurde ich in Darwin geboren. Kaum dass ich ein Jahr alt war, sind meine Eltern aber mit meinem Bruder und mir nach Brisbane gezogen. Wo ich bis zu meinem sechsten Geburtstag lebte. Ab dem Tod meiner Eltern aber eben im Kinderheim bzw. bei Pflegefamilien. Meine Kindheitserinnerungen über Brisbane sind auch eher verschwommen, aber ich war danach noch einmal da. Als Heimat würde ich aber beide Städte nicht bezeichnen."

[x] BERUF
Fachärztin „Emergency Physican“ (Notaufnahmearzt) am royal prince alfred hospital (Oberärztin) & 2nd Lieutenant der Australian Army (nicht mehr im aktiven Dienst)
"Als Kind wollte ich nie Ärztin werden, ich war eh sehr unentschlossen darüber was ich werden wollte. Doch als ich mich näher mit diesem Berufsbild auseinander gesetzt habe, fand ich es interessant und verknüpfte es mit dem Militärdienst. Ja richtig, ich war bei der Australian Army. Nach dem Tod meines Verlobten trennten sich jedoch unsere Wege."

we seem to be pretty happy
» FAMILY PORTRAIT «
| FAMILIENSTAND | FAMILIE & BEZUGSPERSONEN |
_____________________________________________

[x] FAMILIENSTAND
ledig
"Verwitwet kann ich nicht sagen, da wir nur verlobt waren, aber es fühlt sich so an. Wir waren eine halbe Ewigkeit zusammen und es war alles geplant. Manchmal denke ich noch heute, dass er einfach um die nächste Ecke biegt und mich fragt warum ich ihn so verblüfft anschaue... obwohl ich natürlich weiß, dass das nur ein Wunschtraum ist."

[x] FAMILIE & BEZUGSPERSONEN
Megan Clary | Verkäuferin | verstorben im Alter von 28 Jahren
& Steve Clary | Trucker | verstorben im Alter von 29 Jahren

"Ich kann mich nicht mehr wirklich an sie erinnern. Wer hat auch großartig Erinnerung an seine Kindheit bevor er drei Jahre alt war. Zwar hatten wir einige Fotos, die mir Daniel immer wieder gezeigt hatte und wir sahen auch sehr glücklich aus. Aber so richtig einen Bezug habe ich zu meiner Mum nicht mehr. Ich weiß, dass sie wie mein Dad in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1974 bei diesem Unwetter in Darwin gestorben ist. Aber das ist leider alles. Selbst an die Anfangszeit danach kann ich mich kaum erinnern, was womöglich auch besser so ist."

Daniel Clary | Gelegenheitsjobber | 42 Jahre
"Bei dem Tod unserer Eltern war er sechs Jahre und wahrscheinlich ist bei ihm dadurch mehr hängen geblieben. Er erinnert sich sogar noch an Bruchstücke über unsere Eltern. Sei es das Lied, welches meine Mum uns immer vorgesungen hat oder dass Dad mit ihm wenn er frei hatte immer auf den Spielplatz in der Nachbarschaft gegangen ist. Ich denke es ist bei ihm aber gleichermaßen Fluch wie Segen, denn er kann sie vermissen und er hat die Zeit im Heim auch richtig mitbekommen. Wahrscheinlich hat ihn das wie so vieles danach so sehr geprägt, dass er heute so ist. Irgendwie hatte er schon sehr früh mit seinem Leben abgeschlossen. Sicher ich hatte Glück gehabt, dass ich adoptiert wurde, aber ich habe trotzdem immer versucht für ihn da zu sein. Noch heute helfe ich ihm immer aus der Klemme, aber ich weiß nicht, ob es überhaupt einen Sinn hat, wenn er es nicht selbst möchte. Einen Platz auf meiner Couch habe ich immer für ihn, wenn er z.B. mal wieder nicht die Miete für sein WG-Zimmer aufbringen konnte. Aber wie lange soll es so weitergehen?"

Maxwell Cassidy | Ruhestand früher Australian Army | 66 Jahre
"Mein Dad, okay eigentlich Adoptivdad, aber für mich ist er mein Dad. Er ist ein stattlicher, meist ernst guckender Mann, was mit Sicherheit an seinem Job liegt. Er war bei der Australien Army, Captain genauer gesagt und er ist es durch und durch. Trotzdem ist er ein liebevoller Vater, ganz nach dem Motto harte Schale, weicher Kern. Er hat immer ein offenes Ohr, selbst wenn es um Daniel geht, den er trotz seiner Lebensgeschichte für ziemlich verweichlicht hält. Das ist bei uns immer eine Art Streitpunkt, denn sicher heiße ich nicht alles gut was Daniel macht. Aber ich kann ihn einfach auch nicht hängen lassen. In gewisser Weise fühle ich mich für ihn verantwortlich, obwohl ich weiß, dass er für viele Talfahrten in seinem Leben selbst verantwortlich war."

Sophie Cassidy | Hausfrau | 60 Jahre
"Wenn jemand Kuchen und Kekse backen kann, ist es meine Mum. Ehrlich sie ist die geborene Hausfrau und wenn ich nur die Hälfte von diesem Talent hätte, dann würde meine Wohnung wohl nicht so chaotisch aussehen. Ich weiß auch nicht, was da bei mir falsch läuft. Aber ab und zu hilft sie mir da etwas auf die Sprünge. Wenn sie sich zum Beispiel zufällig bei mir in die Gegend verirrt, dann weiß ich, dass sie nur mal nach dem Rechten schauen will. Ich habe zu ihr wie auch zu Dad ein sehr enges Verhältnis und ich bin einfach froh, dass mir das Leben eine zweite Chance gegeben hat, nach dem Tod meiner leiblichen Eltern."

David Pearce | Australian Army | im Alter von 41 Jahren gestorben
"David war mein Verlobter. Wir wollten heiraten. Der Termin stand fest. Das Kleid war bereits gekauft und sogar die Kindersache wollten wir nach seiner Rückkehr endlich in Angriff nehmen. Am 9. Dezember 2007 hatten wir heiraten wollen und danach sollte es nach Europa gehen, eine Rundreise als Flitterwochen. Alles war geplant und sein Tod am 8. Oktober 2007 traf mich ohne jede Vorwarnung. Seitdem bin ich irgendwie nur noch ein halber Mensch. Ich weiß auch nicht. Unser Haus musste ich verkaufen, jedes Fleckchen hat mich an ihn erinnert und trotz Streitereien und Kabbeleien waren wir einfach glücklich. Sicher war es nicht einfach mit seinem Job und auch mit meinem nicht, aber wir haben uns ergänzt und es hätte alles perfekt laufen können."

discover yourself, discover your character
» CHARACTER «
| VORLIEBEN | ABNEIGUNGEN | ANGEWOHNHEITEN & GEHEIMNISSE |
_____________________________________________

Maxwell Cassidy über seine Tochter

"Ich habe heute die seltene Ehre meine Tochter zu beschreiben, nicht unbedingt eine alltägliche Aufgabe für mich, aber ich werde es versuchen... Also zunächst einmal muss man wohl sagen, dass sie nicht unsere leibliche Tochter ist, mit dieser Situation sind wir immer sehr offen miteinander umgegangen, trotzdem ist sie für uns wie unsere Tochter, also unser Fleisch und Blut, wenn man es so lapidar ausdrücken möchte und ich behaupte mal, dass wir für sie auch wie richtige Eltern sind. Unser Verhältnis war eh immer sehr eng und vor allem vertrauensvoll, denn Sam ist zum Einen sehr familiär geprägt, weshalb sie ihrem Bruder leider ständig aus der Klemme hilft und früher manchmal sogar Dinge auf ihre Kappe genommen hat, was sich später herausstellte. Aber nochmal zu der Sache mit dem Vertrauen. Natürlich hat sie wie jedes andere Kind auch mal Blödsinn gemacht, aber sie war schon immer verantwortungsbewusst genug gewesen, dass sie sich nicht ernsthaft in Gefahr brachte. Damit meine ich natürlich ihre Jugendzeit, denn in ihrer Militärzeit blieb ihr teilweise gar nichts anderes übrig als manchmal Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen ohne erst einmal eine Pro und Contra Liste in Gedanken zu verfassen. Ihren Kameraden gegenüber war sie stets hilfsbereit und mitfühlend. Eigenschaften, die auch bei der Army nicht zu verachten sind, gerade als Arzt ist die Holzhammermethode eben nicht immer die beste, obgleich sie natürlich auch Durchsetzungskraft haben musste und teilweise aus der Not heraus Entscheidungen treffen. Sie ist also jemand der auch in brenzlichen Situationen einen kühlen Kopf behalten hat, zumindest früher, denn heute ist sie nicht mehr sehr entscheidungsfreudig. Außerdem ist es bei Kampfeinsätzen unabdingbar, dass man eine gewisse Kreativität vorweisen kann, denn man muss den Menschen mit wenigen Mitteln helfen können und diese Fähigkeit hat sie inne, nicht wie MacGyver der aus einem Zahnstocher ein Schlauchboot bastelte, aber sie hat in ihrer Laufbahn schon vielen Menschen geholfen, die heute wohl nicht mehr unter uns weilen würden.

Trotzdem sie meist einen kühlen Kopf behalten hat, hat es sie erwischt und es tat mir wirklich in der Seele weh, sie nach ihrer Rückkehr so zu sehen. Sie war kaum noch sie selbst, sprach mit kaum jemandem über die Geschehnisse, hielt sich nicht mehr an Termine, wobei sie ja vorher schon nicht gerade für ihre Pünktlichkeit bekannt war, zumindest bei privaten Terminen und schien ständig in ihrer eigenen Welt zu hängen. Bis heute weiß ich nicht genau was vorgefallen ist. Ich kenne zwar den offiziellen Bericht, aber das sagt mir noch lange nichts. Ich war froh, dass sie sich trotzdem nochmal aufgerappelt hat, auch nach dem Tod von David, ein anständiger Kerl, nicht so ein Nichtsnutz wie ihr Bruder. Aber sie ist einfach nicht mehr die Sam wie sie vor ein paar Jahren war. Sicher, sie geht wieder arbeiten in einem städtischen Krankenhaus, sitzt wohl auch nicht mehr nur Zuhause und starrt die Wand an. Trotzdem mache ich mir noch immer Sorgen um sie, sie ist so überempfindlich manchmal und scheint irgendwie fest zu hängen. Noch dazu hat sie früher ständig gelacht. Sicherlich heute lacht sie auch wieder, aber nicht mehr richtig. Vor diesen Geschehnissen war sie mit David so oft es ihnen möglich war unterwegs. Sie reisten viel und wenn sie in der Stadt waren, dann waren sie fast jeden Abend unterwegs. Doch jetzt wirkt sie einfach so... passiv."

[x] VORLIEBEN
# Kamillentee
# Kaffee
# Waldspaziergänge
# Hunde
# Kleider
# Schokolade
# Gammelsonntage
# Caipirinha
# Filmabende
# Sport

[x] ABNEIGUNGEN
# Überraschungen
# Kriegsfilme
# Australian Army
# Dunkelheit
# Tauchen
# Bananen
# Milch
# grün
# selbst Patient sein
# Psychologen

[x] ANGEWOHNHEITEN & GEHEIMNISSE
"Morgens komme ich grundsätzlich schlecht aus dem Bett, schlimmer ist es natürlich wenn es von der Tageszeit wirklich früh ist, aber auch so gehöre ich eher der Spezies Morgenmuffel an. David war das genaue Gegenteil und quasselte mich bereits im Halbschlaf zu, aber wenigstens wusste er, dass ich eh maximal die Hälfte von seinen Worten aufnahm. Zu meinem Morgenritual gehört übrigens auch Kaffee, stark und schwarz, denn sonst komme ich gar nicht in die Gänge.

Eine Art Geheimnis ist wohl, was bei meinem letzten Auslandseinsatz passiert ist als unsere Truppe angegriffen wurde bzw. in den Stunden danach. Ich rede nicht gern darüber, es reicht ja auch schon wenn ich deshalb kaum eine Nacht durchschlafen kann."

[x] LIEBLINGSSONG
Slade - My Oh My
"Okay eigentlich ist es nicht mein Lieblingssong, aber mit diesem Lied verbinde ich eine sehr schöne Erinnerung an David und daher bedeutet er für mich einfach etwas."

[x] BESONDERHEITEN
"Tätowiert bin ich nicht und jegliche Art von Piercings trage ich nicht an meinem Körper. Ich wollte mir für die Hochzeit Ohrlöcher machen lassen, aber das hatte sich dann ja erledigt. Aber ich habe mehrere Narben am Körper aus meiner Zeit bei der Australian Army. Die größte ist wohl die über meinem linken Hüftknochen, dann noch drei kleine auf dem Rücken, sowie eine an meiner rechten Schulter. Bis auf die an der Hüfte sind sie gut verheilt, diese ist jedoch ziemlich offensichtlich."

the best and worst days of life
» STORY OF LIFE «
| KINDHEIT | JUGEND | GEGENWART |
_____________________________________________

"Vieles kann ich nur aus Erzählungen oder durch Zeitungsartikel erzählen, also zumindest über meine frühe Kindheit...

Geboren wurde ich als zweites Kind von Megan und Steve Clary. Mein Bruder war zu diesem Zeitpunkt bereits drei Jahre alt und seinen Angaben zufolge haben sich alle sehr auf mich gefreut. Viel mehr kann ich zu den ersten Jahren aber fast schon nicht sagen, denn Daniel erinnert sich auch nur noch an die wichtigen Dinge. Daher habe ich keine Ahnung, ob ich nun ständig geweint oder häufig gekränkelt habe. Deshalb springe ich einfach mal zu dem Ereignis, welches alles verändert hat. Mein Großvater, also der Vater meiner Mutti war gestorben, so dass meine Eltern beide in ihre Heimatstadt geflogen sind um meiner Oma zur Seite zu stehen. Die Beerdigung planen und was sonst noch so dazu gehört. Da eine Beerdigung ihrer Meinung nach nichts für Kinder war, blieben Daniel und ich bei unserer Nachbarin. Sie hatte eh oft auf uns aufgepasst, wenn unsere Eltern arbeiten mussten und war eine enge Bezugsperson geworden. Mein Opa ist am 20. Dezember 1974 gestorben, daher mussten unsere Eltern notgedrungen kurz vor Weihnachten fliegen. Sie hatten am 1. Weihnachtsfeiertag wieder da sein wollen, so dass wir noch gemeinsam hätten feiern können, gerade so wie es unter solchen Umständen eben möglich war.

Ich glaube mich noch dunkel an die Unwettermeldungen im Fernsehen erinnern zu können. Das war für den Tag an dem sie fliegen wollten, so dass es dadurch sogar noch Verspätungen gegeben hatte, aber schließlich waren sie am 22. Dezember gut in Darwin angekommen und das angekündigte Unwetter war schon längst wieder vergessen. Am darauf folgenden Tag war wohl die Beerdigung, weshalb wir nur kurz hatten telefonieren können, das war jedoch unser letztes Telefonat... und ich kann mich daran kein Stück mehr erinnern. Daniel sagte nur, dass ich unsere Mum ständig mit der Frage gelöchert habe, ob der Weihnachtsmann trotzdem zu uns kommen würde, selbst wenn sie erst am 25. Dezember nach Hause kommen würden. Ich weiß ich war noch ein Kind, aber ich finde es schlimm, dass ich zu dieser Zeit so egoistisch war. Klar, ich wusste es nicht besser und Kinder sind nun mal so, aber es war das letzte Gespräch mit ihnen... am 24. und 25. Dezember hatte uns unsere Nachbarin wohl vom Fernseher weg gehalten und war irgendwie komisch gewesen. So dass Daniel nachts als sie im Bett war heimlich den Fernseher eingeschaltet hatte und dann laut angefangen hatte zu weinen. Alles was danach war, weiß ich nicht genau. Darüber spricht er nicht und meine Erinnerungen sind kaum vorhanden. Letztlich weiß ich heute, dass unsere Eltern bei dem Zyklon Tracy am 24. oder 25. Dezember 1974 ums Leben gekommen sind, genauso wie unseren Großeltern. Aus diesem Grund hatten wir auch niemanden mehr der uns bei sich aufnehmen konnte. Die Nachbarin wo wir in der Abwesenheit unserer Eltern gewesen waren, war viel zu alt um noch zwei kleine Kinder großzuziehen und so kamen wir zunächst ins Kinderheim von Brisbane.

Da dieses aber überbelegt war, wurden wir nach Sydney in eine Pflegefamilie geschickt. Wir hatten sogar das Glück, dass wir anfangs gemeinsam bei einer Familie unterkamen. Doch da es dort Probleme gab, wurde Daniel ins dortige Heim gebracht, was eigentlich meine Schuld war. Der leibliche Sohn der Familie ärgerte mich immer und ich bin eben zu meinem Bruder gerannt. Dieser hat den Jungen die Treppe hinunter geschubst und wurde aus diesem Grund verlegt. Wenig später kam ich auch zurück ins Heim, in der Zeit war aber Daniel bei einer anderen Pflegefamilie. Dieses Spielchen ging die nächsten 3 Jahre immer wieder abwechselnd, alle paar Monate wurde der Aufenthaltsort gewechselt und wenn überhaupt waren wir mal ein paar Tage gemeinsam im Heim. Uns beide unterzubringen war wohl unheimlich schwer und so wurde ich im Alter von sechs Jahren probehalber zu meinen Adoptiveltern gebracht. Es sollte erst einmal geschaut werden ob ich mich einlebe und wie ich mit den neuen Bezugspersonen zurechtkomme, ein Zusammenleben auf Zeit sozusagen. Obwohl Daniel und ich bereits seit einer ganzen Weile nicht mehr gemeinsam irgendwo gewesen waren, hatte ich meine Probleme mit der neuen Situation, denn ich wusste zu diesem Zeitpunkt bereits, dass es womöglich auf eine Adoption hinauslaufen würde. Es ist selbst für eine Siebenjährige schwer zu verstehen, warum nur sie und nicht ihr Bruder eine neue Familie gefunden haben sollte. Nach einigen Monaten entschieden sich meine Pflegeeltern, was sie damals eben noch waren, dazu meinen Bruder auch aufzunehmen. Anfangs schien auch alles gut zu laufen, aber irgendwann machte er nur noch Probleme. Er hielt sich an nichts was sie sagten, prügelte sich ständig in der Schule, wenn er denn überhaupt hin ging und als er sich am Waffenschrank von Maxwell zu schaffen machte, gab es eine riesige Auseinandersetzung. Was ich heute auch verstehen kann, immerhin war er gerade mal elf und schien sich absolut nicht unterordnen zu wollen, noch dazu war es gefährlich, denn Daniel versuchte alles um ja nicht unter Kontrolle gehalten zu werden. Ich weiß nicht was damals in seinem Kopf vorging, denn es ging uns beiden nicht schlecht, ganz im Gegenteil ich sah in Sophie und Maxwell so etwas wie Eltern und desto mehr ich mit ihnen zurecht zu kommen schien, desto mehr versuchte Daniel sich dagegen zu sträuben. Wahrscheinlich wollte er unsere Eltern nicht ersetzen oder wer weiß was, jedenfalls lief er weg und auch wenn er nach einigen Stunden gefunden wurde, so hatte er einen gewissen Ruf weg. Unsere Sozialarbeiterin brachte ihn zurück ins Heim und nach einigen weiteren Monaten adoptierten mich die Cassidys, weshalb ich von dem Zeitpunkt auch ihren Familiennamen trug.

Das war ein ziemlicher Bruch zwischen Daniel und mir, zwar besuchte er mich einige Male im Monat, aber es war immer eine angespannte Situation. Meine Adoptiveltern versuchten immer noch seine Gunst zu gewinnen, da sie ihm tatsächlich eine Chance geben wollten, aber er sträubte sich mit Händen und Füßen. Auch in der Schule lief es für ihn nicht gut, wir waren zwar aufgrund unseres Altersunterschieds nicht in der gleichen Klasse, aber zumindest an der gleichen Schule, denn Sophie hatte durchgesetzt, dass ich weiterhin dort zur Schule gehen dürfte, wo ich eingeschult worden war. Natürlich auch um meinen Bruder regelmäßig sehen zu können. Im Gegensatz zu ihm hatte ich keine großen Probleme dort, ich war zwar nicht Klassenbeste, aber ich war schon im oberen Leistungsbereich und brachte kontinuierlich gute Zensuren. Daher gab es auch später beim Schulwechsel keine großen Probleme, denn dort wechselte ich nicht mehr auf Daniels Schule. Es war einfach so, dass er sich kaum noch von mir im positiven Sinne beeinflussen ließ und sowohl unsere Sozialarbeiterin wie auch meine Eltern entschieden, dass die Gefahr zu groß war, dass ich von ihm negativ beeinflusst werden würde, zumindest wenn wir uns täglich sahen. Ich erinnere mich noch dran, dass ich teilweise echt zwischen den Stühlen saß, denn einerseits wollte ich ihm helfen und machte dadurch in der Pubertät auch so einige Dummheiten, die ich sonst womöglich nicht getan hätte, andererseits bemerkte ich eben auch, dass es mir nicht gut tat, wenn ich alles tat, was er mir vorlebte.

Der Wechsel auf die neue Schule war also für mich hauptsächlich positiv. Ich fing nochmal neu an, konnte jetzt auch nach der Schule eher Freundschaften pflegen, da mein Schulweg viel kürzer war als vorher, wo ich einmal durch die ganze Stadt gefahren werden musste. Plötzlich hatte ich die typischen Teenagerprobleme... Streit mit Freundinnen, was sollte ich anziehen und vor allem die Jungs. Damit fing ich für die damalige Zeit recht früh an. Mit dreizehn Jahren hatte ich meinen ersten Freund und sicher, es fing an mit Zettel ankreuzen ob man miteinander gehen wollte, weshalb die Beziehung fast schneller vorbei war als sie begonnen hatte. Aber bereits mit meinem zweiten Freund wurde es ernster. Er gehörte zu den Sportlern unserer Schule und war der Kapitän des Basketball-Teams. Ich war vierzehn und er war siebzehn Jahre, damals ein gewaltiger Altersunterschied, aber seinen Worten nach war ich eben doch etwas anders als die anderen Mädchen in meinem Alter. Wir küssten uns und ich wurde seine Begleitung zum Abschlussball, was meine Eltern gar nicht so toll fanden, selbst wenn sie Jordan mochten. Aber man kannte natürlich die Geschichten was so alles beim Abschlussball passierte und bei uns war es nicht anders. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich noch nicht bereit war, aber damals fühlte ich mich einfach total erwachsen. Unsere Beziehung hielt fast zwei Jahre, was womöglich auch daran lag, dass er nicht Sydney verließ zum Studium, sondern an der University of Sydney untergekommen war.

Das Verhältnis zu meinem Bruder war zu dieser Zeit fast vollkommen abgebrochen, denn er geriet mehr und mehr auf die schiefe Bahn. Mit dem Unterschied, dass er mit seiner Volljährigkeit niemanden mehr hatte der ihm großartig half. Er lebte in einer kleinen WG, ging ab und zu Gelegenheitsjob nach und hatte neben einem Alkoholproblem auch einen Hang zu Drogen. Wenn ich ehrlich bin, erwähnte ich ihn zu dieser Zeit nicht mal mehr großartig gegenüber jemandem. Dies änderte sich jedoch zu meinem achtzehnten Geburtstag, denn an diesem Tag stand er plötzlich vor unserer Haustür, mit seiner neuen Freundin. Michelle war ihr Name und sie schien ihm geholfen zu haben, dass er sich wieder gefangen hatte. Sie war sogar schwanger von ihm und die beiden bewohnten eine Wohnung. Daniel hatte einen guten Eindruck gemacht, er hatte einen festen Job, wenn auch nur als Hilfsarbeiter, aber sie wirkten glücklich und so wurden beide wieder ein Teil meines Lebens. Ich machte meinen Abschluss mit einem ganz guten Abschluss, war wenige Wochen vorher zum ersten Mal Tante geworden und hatte eine neue Beziehung mit einem Studenten namens Thomas. Ihn hatte ich kurz nach der Trennung von Jordan kennengelernt und es war eher eine dieser Beziehungen um sich über wen anderes hinweg zu trösten, was ich damals natürlich nicht wusste. Wir machten jedoch schon wieder Schluss bevor ich überhaupt mit dem Studium anfing. Übrigens fing ich nicht direkt nach meinem Abschluss an zu studieren, da ich keine richtige Idee hatte was ich denn studieren wollte, genauso wenig wusste ich aber was ich überhaupt tun wollte. Daher entschied ich mich zunächst einige Praktika zu machen. Von Politik, Technik, Sozialwesen, ja sogar zwei Wochen in der Modebranche waren darunter, aber so richtig war da nichts dabei was mich ansprach. Mein Vater nahm mich letztendlich sogar vier Wochen mit auf den Militärstützpunkt, was ich gar nicht so uninteressant fand. Aber nur zum Militär? Das konnte ich mir auch nicht vorstellen, weshalb er mich zu einem Infotag begleitete bei dem Interessierten verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt wurden. Es gab Möglichkeiten einer zivilen Ausbildung oder Mechanikerin zu werden oder oder oder. Ich weiß noch, dass mir der Kopf von den ganzen Informationen schwirrte und ich letztlich genauso viel wusste wie vor dem Tag. Da ich mich aber allmählich entscheiden musste, immerhin konnte ich nicht ewig ziellos durch mein Leben geistern, nahm mich meine Mum zu ihren Hausfrauenaktivitäten mit. Dort lernte ich David kennen, meinen späteren Verlobten. Er war gerade von einem Auslandseinsatz zurück gekehrt und Sanitäter bei der Australian Army.

Womöglich war es einfach nur der Wunsch ihm nah zu sein, der meine Entscheidung antrieb, aber im folgenden Jahr begann ich mein Medizin-Studium bei der Australian Army. Davor hatte ich die Grundausbildung hinter mich gebracht und mein Dad war sehr stolz darauf, dass ich in seine Fußstapfen trat. Jedoch war meine Mum alles andere als begeistert, was man sicherlich nachvollziehen konnte. Die wenigsten Mütter waren begeistert, wenn ihre Söhne zum Militär gingen, bei Töchtern war es keinesfalls besser, eher noch schlimmer, da Frauen beim Militär eben immer noch einen geringen Teil ausmachen. Aber ich war glücklich mit der Entscheidung und man merkte auch, dass die Entscheidung Medizin zu studieren für mich genau die richtige war, selbst wenn ich eher zufällig dazu gekommen bin. Gerade die Anfangszeit beim Militär und mit dem Studium lief nicht immer ganz glatt, was wohl auch an dem Bekanntheitsgrad meines Dads lag. Einerseits wollte es sich niemand verscherzen um nicht mit ihm aneinander zu geraten, andererseits bekam ich des Öfteren die Kommentare hinter meinem Rücken mit. Sicher Männer sind nicht so zickig wie Frauen, aber ihre Art ist so offensichtlich, dass ich es kaum übersehen konnte. Mit der Zeit gewöhnte ich mich aber an die Situation und meine Kameraden bemerkten, dass ich eine eigenständige Person war und es mir nicht besser ging nur weil ich die Tochter eines Brigadiers war.

Zu meinem fünfundzwanzigsten Geburtstag begann es jedoch wieder bergab zu gehen. Nicht direkt in meinem Leben, aber da Daniel wieder ein fester Bestandteil meines Lebens war, wirkte es sich auf mein Leben aus. Die glückliche Beziehung zu seiner Frau, die beiden hatten mittlerweile geheiratet, kriselte immer mehr, was auch daran lag, dass er seinen Job bereits einige Zeit verloren hatte und einfach nichts Neues fand. Das fehlende Geld war ein ständiges Streitthema und er hatte wieder damit begonnen Drogen zu nehmen. Dies gefiel seiner Frau natürlich überhaupt nicht, gerade auch wegen meinem mittlerweile sechsjährigen Neffen. Es folgte wohl ein riesiger Streit, welcher beinahe eskaliert wäre und nach dem sie die Sachen für sich und ihren Sohn packte um zu einer Freundin zu ziehen. Doch es hatte seit Tagen geregnet, die Straßen waren teilweise nicht passierbar und sie hatten einen Autounfall, bei dem sowohl meine Schwägerin wie auch mein Neffe ums Leben kamen. Es war für uns alle ein Schock, auch für meine Eltern und David, weil wir waren zu einer richtigen Familie zusammengewachsen. Aber das war ab dem Zeitpunkt Vergangenheit, denn Daniel geriet immer mehr in den Drogensumpf und auch zwischen meinem Dad und mir gab es öfters Streitereien wegen ihm. Er wollte ihm nicht mehr helfen und ich wusste einfach nicht mehr was ich tun sollte. Dies war der Zeitpunkt, dass ich mit David zusammen zog. Wir waren schon über fünf Jahre zusammen, trotzdem wohnte er noch in seiner Junggesellenbude und ich noch bei meinen Eltern, ganz einfach weil wir eh kaum Zuhause waren, entweder gab es Fortbildungen oder Daniel war zu Auslandseinsätzen unterwegs. Aber wir entschieden uns nach etwas Passendem zu suchen. Ich hatte ja an eine etwas größere Wohnung gedacht, aber Daniel holte mich eines Tages ab um mir unser Haus zu zeigen. Er hatte es gekauft, ohne meine Zustimmung natürlich und ganz ehrlich, ich war nicht begeistert. Wozu brauchten wir ein Haus? Wir waren beide kaum Zuhause und auch wenn Kinder immer mal Thema waren, so war dies noch lange nicht soweit. Wenige Wochen später zog ich trotzdem ein, er hatte es ja nun mal gekauft und ich wollte ausziehen.

Die nächsten Jahre verliefen verhältnismäßig ruhig. Ich war mit dem Studium beschäftigt und David arbeitete sich immer weiter nach oben beim Militär. Wir hatten nicht viel Zeit gemeinsam, weil einer war meistens irgendwie eingebunden, so dass die Jahre ziemlich schnell ins Land zogen. Mit siebundzwanzig Jahren begann ich meine Facharztausbildung, welche ich pünktlich zu meinem dreißigsten Geburtstag abschloss. Okay nein nicht ganz, eigentlich war ich zu meinem dreißigsten Geburtstag mitten im Prüfungsstress, weshalb ich eigentlich gar keine Zeit für eine Party oder dergleichen hatte. David sah dies aber anders und organisierte eine Überraschungsparty und ganz ehrlich, ich kann Überraschungen nicht ausstehen. Er hatte eine Karaokebar gemietet und wollte mich unter dem Vorwand hinlocken, dass ich nur mal eine Stunde Pause brauchte von den ganzen Symptomen auf meinen Lernkarten. Ich ging mit, weil er konnte eine unendliche Nervensäge sein. Manchmal glaube ich, er war in diesen Dingen die Frau von uns beiden. Aber gut, natürlich genoss ich die paar Stunden Auszeit und die Feier war genau das Richtige. Der Höhepunkt war, wo er auf die Bühne ging und mir nach seinem Song My oh My einen Heiratsantrag machte. Sicher wir waren schon fast zehn Jahre zusammen, aber es war trotzdem überraschend, weil ich nie der Heiratstyp war. Ich willigte ein, natürlich, ich liebte ihn ja. Wer jetzt aber denkt, wir hätten uns am nächsten Tag direkt in die Hochzeitsplanungen gestürzt, der irrt sich.

Wir mochten unsere wilde Ehe und es kam immer etwas dazwischen. Erst war es das Ende meiner Facharztausbildung, nach welcher ich übrigens den Facharzt „Emergency Physican“ (Notaufnahmearzt) tragen durfte, dann wurde ich direkt als medizinischer Helfer nach Afghanistan geschickt und kaum dass ich zurück war, wurde David eingezogen. Auslandseinsätze waren nie meines, aber bis zum vierten Einsatz war alles gut gegangen. Doch im Jahr 2004 wurde unser Konvoi angegriffen, über die Hälfte starben und ich hatte Glück im Unglück. Weiter möchte ich darauf nicht eingehen, ich wurde schnellstmöglich in die Heimat geschafft und lag einige Wochen im Militärkrankenhaus. Später wurde ich mehrfach psychologisch getestet und man kam zu dem Entschluss, dass ich zunächst nicht mehr für Auslandseinsätze eingesetzt werden würde. Ich hatte bereits vor diesem Angriff vieles gesehen, nur dieser hatte das Fass wohl zum Überlaufen gebracht, daher wurde ich im Militärkrankenhaus eingesetzt und erholte mich soweit dies eben möglich war. Ich bin noch heute sehr schreckhaft und wache nachts schweißgebadet auf, aber mittlerweile stört es ja niemanden mehr. Ich denke übrigens nicht, dass mich das was ich gesehen habe jemals wieder ruhig schlafen lässt, aber man lernt damit zu leben. Und nein, den Spruch Was einen nicht umbringt, macht einen stärker... finde ich kein bisschen passend. So etwas macht einen nicht stärker, es macht einen eher anfälliger und verändert einen.

David hat mir in dieser Zeit sehr geholfen und mich so gut es ihm möglich war unterstützt. Immerhin hatte er Erfahrungen, selbst wenn er bis dato immer Glück gehabt hatte. Aber er war Ausbilder und konnte mit den Ängsten anderer besser umgehen. Außerdem fragte er mich nach 5 Jahren nochmal ob ich ihn heiraten wollte, dieses Mal auch bitte zeitnah. Genauso sagte er es, was mich schon zum Lachen brachte. Wir machten einen Termin für den 9. Dezember 2007 aus und begannen ein Jahr nach dem erneuten Antrag mit den Planungen. Das meiste musste ich allein machen, da er im Juni 2007 nochmal für viereinhalb Monate nach Afghanistan musste. Aber er würde rechtzeitig wieder da sein und mich dann mit den letzten Planungen nerven. Die Frage nach dem Brautkleid wäre bei ihm ganz oben auf der Liste und ihm sei es vollkommen egal, ob man die Braut nicht vor der Trauung darin sehen sollte. Ich könnte ihn doch darin direkt vom Flughafen abholen. Ja mit diesen Kabbeleien versuchte er es mir immer einfacher zu machen und die Zeit vor dem Abflug so unbeschwert wie nur möglich zu gestalten.

Natürlich hatte ich Angst, seit meiner Rückkehr aus Afghanistan hatte ich keine Nacht allein verbracht, selbst im Krankenhaus war er nicht von meiner Seite gewichen und die ersten Nächte allein waren grauenhaft. Aber irgendwann hatte mich die Müdigkeit immer übermannt, immerhin hatte ich die Schichten im Krankenhaus, die Hochzeitsvorbereitungen und mein Bruder hatte sich auch endlich zu einem erneuten Entzug durchgerungen. Weshalb ich ihn häufig in der Einrichtung besuchte. In dieser Zeit hatten meine Tage eindeutig zu wenige Stunden und ich sehnte den 19. Oktober herbei, denn an diesem Tag sollte er zurückkehren. Ich zählte wirklich die Tage bis dahin, aber zehn Tage vor seiner Rückkehr bekam ich Besuch von zwei Männern in Uniform, welche mir mitteilten, dass David bei einem Gefecht ums Leben gekommen war. Was sie danach sagten, habe ich überhaupt nicht mehr mitbekommen, ich war wie weggetreten und brach zusammen. Ich habe keine Ahnung wie ich die Tage nach dieser Mitteilung verbracht habe, meine Eltern standen mir bei, seine Eltern waren da und alle versuchten mich zu unterstützen, trotz ihrer eigenen Trauer. Arbeiten war für mich einfach nicht möglich, weshalb ich mehrere Wochen beurlaubt wurde und schließlich setzte sich mein Vater dafür ein, dass ich aus dem aktiven Dienst genommen wurde. Meinen Rang durfte ich behalten, aber selbst wenn ich ihn hätte abgeben müssen, hätte mich dies nicht gestört.

In der Zeit nach Davids Tod war ich wieder bei meinen Eltern eingezogen. Ich konnte einfach nicht in dem Haus leben, wo wir so glücklich gewesen waren. Wir hatten so vieles vorgehabt, die Hochzeit, Reisen und wir wollten die Kindersache in Angriff nehmen. Doch plötzlich war er einfach weg, ich konnte mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Ich kann mir heute nicht mal vorstellen die gleichen Gefühle für jemand anderen zu haben, obwohl es bereits 3 Jahre her ist. Zumindest beruflich bin ich wieder auf die Füße gekommen. Ich habe einige Monate nach Daniels Tod eine Stelle am royal prince alfred hospital angenommen. Dort suchte man eine Oberärztin für die Notaufnahme und ich hatte Glück, dass meine Erfahrungen für sich sprachen. Seitdem ist nicht allzu viel passiert. Ich nahm mir eine Wohnung, immerhin konnte ich nicht ewig in meinem Kinderzimmer leben und ich helfe meinem Bruder wieder häufiger aus der Patsche. Weiterentwicklung ist also etwas anderes. Dates hatte ich seit Davids Tod keine mehr und ich kann es mir auch nicht vorstellen, obwohl ich schon einige Einladungen erhalten habe, aber es wäre nicht fair... für beide Seiten nicht."

bureaucracy defends the status quo
» IMPORTANT STUFF «
| AVATAR | WEITERGABE | GESUCH | ZWEITCHARAKTER |
_____________________________________________

[x] AVATAR
Elizabeth Mitchell
Zitieren





Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste